Archiv für den Monat: März 2020

Konzerte trotz Corona? – Ja, aber anders!

In den letzten Wochen wurden aufgrund der Corona-Pandemie massenweise Auftritte und Touren abgesagt, auf ungewisse Zeit finden keine Konzerte statt. Keine Konzerte? Naja, nicht ganz.

Viele Künstler suchen nach Alternativen, trotzdem live zu spielen. Und welcher Lösungsansatz kommt da zuerst auf? Natürlich das Livestreamen. Manche der Künstler senden aus ihren Wohnzimmern oder Studios, andere treten bei Online Festivals auf (#unitedwestream u.a.) oder senden eben aus einem Club, der quasi gekapert wurde und aus dem nun Konzerte gestreamt werden.

Auch ich habe in der Zeit schon ein paar Sachen geschaut, von denen ich hier nun berichten will:

Vor zwei Wochen hat die Berliner Punkband „Smile and Burn“ als Ersatz für die ausgesetzten Shows auf Instagram ihr Set aus dem Proberaum gestreamt. Die Qualität war so semi, weshalb ich nach zwei Songs ausgeschaltet habe, aber ich fand, dass es trotzdem ein guter Anfang für die nächste Zeit war.

Sowohl am 20.3. als auch am 27.3. hat Gil Ofarim eine halbe Stunde lang mit seinem Klavierspieler zusammen ein kleines Konzert aus dem Studio gegeben, dass live auf Instagram und Facebook übertragen wurde. Beide waren sehr schön.

Der eingangs erwähnte Club ist das Astra in Berlin. Dort hat sich eine Gruppe aus freiberuflichen TechnikerInnen, BookerInnen und ModeratorInnen, der „Berlin Culture Cast (BCC)„, zusammengetan und einen gleichnamigen Streaming-Kanal für Konzerte ins Leben gerufen. Natürlich alles unter den höchst hygienischen Voraussetzungen.

Das erste Konzert, was ich beim BCC live im Stream gesehen habe, war das Konzert der Band „Montreal“ am 21.3. . Ich hab die Jungs letztes Jahr, als Corona für uns nur der Name eines Bieres war, im September beim „Grand Summer Slam“ der „Donots“ als „Surprise Voract“ gesehen. Ich wollte sie danach möglichst schnell wieder live sehen, doch das dieses nächste Mal ein Stream-Konzert sein würde, hätte ich jetzt auch nicht erwartet. Das Konzert insgesamt war sehr toll und es wurden einige meiner Lieblingssongs gespielt. Im Stream-Chat entstanden außerdem interessante Umdichtungen der Montreal-Songs. So wurde aus „Katherine, Katherine“ kurzerhand „Quarantäne, Quarantäne“ und statt „Malaria und Heimweh“ gabs dann „Corona und Fernweh“. Den Humor und Spaß hatten weder die Band, noch wir Leute im Chat verloren. Nach jedem Song wurden Klatsch-Emojis geschrieben, es wurden virtuelle Moshpits gestartet oder virtuell gecrowdsurft. Als das Konzert zu Ende war, schrieb ich einfach so mal in den Chat, welche Band ich gerne als nächstes hätte, nicht wissend, dass diese bereits eine Woche später schon beim BCC auf der Bühne stehen würde.

Die Rede ist von „Radio Havanna“. Wie in meinem letzten Artikel erwähnt, hätte ich sie ja nochmal live gesehen, was dann allerdings wegen Corona nun verrschoben wurde. So kam mir das Stream-Konzert sehr gelegen. Vor dem Konzert wurde ein Interview geführt, was mich schon etwas amüsiert hat, da zwischen den beiden interviewten Bandmitgliedern und der Interviewerin wirklich der Mindestabstand eingehalten wurde. An sich macht das ja vollkommen Sinn, allerdings fand ich das Bild von drei Menschen, die jeweils etwa zwei Meter voneinander entfernt saßen, schon irgendwie ziemlich lustig. Die Setlist des dann folgenden Konzertes war dann quasi eine gekürzte Version der eigentlichen Toursetlist, was ich allerdings für ein Stream-Konzert auch vollkommen ausreichend fand. Der Chat war für mein Gefühl noch mehr am Party machen. Wieder gab es virtuelle Moshpits, es wurde virtuell gestagedived, wir trugen die Menschen quasi durch den Chat, nach jedem Song wurden Klatsch-Emojis gespamt und während dem Song „Faust hoch“ hoben wir im Chat virtuell unsere Fäuste in dem wir Faust-Emojis spamten.

Auch als es für einige Minuten einen Stromausfall und dadurch keinen Ton gab, ließen wir uns im Chat nicht aus der Partystimmung bringen, schrieben darüber, wer zu welchem der verschobenen Konzerte ging, besuchten virtuell die Bar oder den Merchstand oder sangen virtuell, in dem wir einfach die Songzeilen schrieben. Was außerdem sehr lustig war, war das einige des öfteren im Chat schrieben, wie hübsch und süß sie doch den Schlagzeuger fanden und das dieser mal mehr im Bild sein sollte. Dies erzählte die Moderatorin, die während des Konzertes den Chat mitlas und zwischen den Songs das Geschriebene quasi an die Band weitergab, natürlich direkt der Band. Es brachte die Band zum Lachen und uns im Chat etwas zum Schmelzen, Aber hey, es stimmt halt. ;P

Alles in allem kann man die gestreamten Konzerte unmöglich mit den richtigen Konzerten vergleichen, da das Feeling ein ganz anderes ist. Allerdings sind die gestreamten Konzerte, sofern sie eine gute Qualität haben, eine gute Alternative für die aktuelle Zeit, damit man nicht ganz ohne Auftritte der Lieblingskünstler auskommen muss. Also schaut, sofern es euch interessiert, doch mal bei euren Lieblingskünstlern auf Social Media vorbei, ob diese auch mal streamen oder guckt euch vielleicht mal auf Youtube nach Livevideos um.

Ich für meinen Teil werde wahrscheinlich weiterhin die Livestreams von Gil Ofarim schauen und immer beim Berlin Culture Cast am Start sein, wenn mich dort etwas interessiert. Ansonsten werde ich die Musik meiner Lieblingsbands so viel ich kann anhören, um sie durch das Geld das sie an den Streams verdienen, zumindest etwas zu unterstützen und wenn ich Lust habe, werde ich mir irgendwann in nächster Zeit auch noch was in deren Shops bestellen. Unterstützung ist immer gut und wichtig, aber aktuell nochmal wichtiger denn je.

LGBTQI+ – was ist das?

Ein Gastbeitrag von Emma Stotijn:

„Aber irgendwie ist Ginny viel attraktiver als mein Freund Ron“, genau das ist der Gedanke, der Marie schon seit 2 Wochen beschäftigt. Sie ist total verwirrt und weiß überhaupt nicht, was sie fühlt. Nachdem sie Google um Hilfe gefragt hat, stößt stößt sie immer wieder auf den Begriff „LGBTQI+“. Marie hat überhaupt keine Ahnung, was das sein soll. Durch ihre Recherche stößt sie auf immer mehr interessante aber dennoch verwirrende Themen.

Zuerst einmal fragt Marie sich, was LGBTQI+ überhaupt ist. Schnell wird ihre Frage beantwortet: LGBTQI+ ist eine Sammlung aus englischen Abkürzungen. Das „L“ steht für „lesbian“ – also lesbisch. „G“ steht für „gay“ – also schwul. Das „B“ steht für „bi(sexuel)“. Das „T“ für „trans“ und das „Q“ für „Queer“. Das „I“ wiederum steht für „inter“. Außerdem stößt sie auf den Begriff „hetero“ . Für Marie erstmal eine Sammlung an wirren Begriffen, doch je mehr sie sich mit dem Thema auseinandersetzt, umso mehr fängt sie an zu verstehen. Marie ist mit Ron zusammen, was erstmal der heteronormativen Weltanschauung entspricht. Also Marie mag oder mochte Ron als Jungen. Marie findet heraus, dass es noch mehr gibt als nur männlich oder weiblich. Wenn Marie sowohl primäre Geschlechtsmerkmale eines Mädchen als auch eines Jungen aufweisen würde, würde man sie als „inter“ bezeichnen. Man könnte Marie also biologisch nicht einordnen. Wenn Marie allerdings primäre Geschlechtsteile eines Mädchens hat und sich eher wohlfühlen würde, wenn sie ein Junge wäre, könnte sie ihren Körper angleichen lassen und man würde sie als „trans“ bezeichnen. Marie könnte allerdings auch sagen, dass sie sich nicht in eine Schublade mit der Aufschrift männlich oder weiblich stecken lassen will: Sie wäre nicht binär, also „non ninary“. Das traf auf Marie allerdings nicht zu, nur ihr Herz schien, ihrer Meinung nach, zu spinnen. Marie stieß auf den Begriff „bi“. „Bi“ bedeutet, dass Marie sowohl Jungs als auch Mädchen lieben kann. So langsam fühlte Marie sich angesprochen; das sagte ihr schon eher zu. Doch was wäre, wenn Marie nur auf anderen Mädchen stand? – Dann war sei lesbisch, fand sie heraus. Wenn ihr Freund Ron nur auf Jungs stehen würde, wäre dieser schwul. Interessant fand Marie allerdings den Begriff „queer“. Queer heißt nicht anderes als homosexuell, also die Liebe zum gleichen Geschlecht. Allerdings war „queer“ ein abwertender Begriff dafür aus der englischen Sprache.

Marie fragte sich, wie man Liebe verurteilen konnte, man suchte sich ja (leider) nicht aus, wen man mochte. Schrecklich, manche Menschen! Wie rund 11% der Menschen ihren Alters in Deutschland sagte auch Marie die LGBTQI+ -Community (oder Gesellschaft) zu. Dies gab Marie Mut, sie war also nicht verrückt oder ähnliches, viele fühlen sich wie sie.

Liebe ist etwas ganz Natürliches und Unberechenbares! Es sollten mehr Menschen Toleranz dafür zeigen. Denn du möchtest sicher für deine Sexualität nicht runtergemacht werden, egal, ob hetero, homo, bi oder mehr. Ebenso für dein Geschlecht. Also, wenn du Marie und anderen, die vielleicht nicht deiner Norm entsprechen, mit Respekt und Toleranz begegnen könntest, würde es allen besser gehen.

Tipp: Falls du nach weiterführenden Informationen zu diesem Thema suchst oder dich einmal mit jemandem außerhalb deines persönlichen Umfelds austauschen willst, kannst du dich natürlich an unser Beratungsteam oder an eine der folgenden Adressen wenden:

Im Bremen gibt es zudem zwei Beratungsstellen:

  • Rat & Tat – Zentrum für Schwule und Lesben, Angebot: Trans*Peer-Beratung und Trans*Rechtsberatung, Theodor-Körner-Str. 1, 28203 Bremen, Telefon: (04 21) 70 41 70, http://www.ratundtat-bremen.de/Beratung/
  • Trans-Recht e.V. c/o Rat & Tat Zentrum für Schwule & Lesben e.V, Theodor-Körner-Str. 1, 28203 Bremen, http://www.trans-recht.de/

Radio Havanna – Helden für eine ganze Nacht

Am 29.02.2020 ging es für mich endlich zum ersten Konzert diesen Jahres, zum Bremer Konzert der „VETO“-Tour von „Radio Havanna“, die als Vorband „Vizediktator“ dabei hatten. Schon seit ich mir die Karte für das Konzert bestellt hatte, freute ich mich auf dieses Konzert.

So kam ich am Konzerttag drei Stunden vor dem Einlass am „Tower“ in Bremen an, wo ich dann feststellen musste, dass ich theoretisch auch hätte später kommen können, da außer Crew und Bands noch niemand da war. Aber nun war ich halt da. Drei Stunden hin- und herlaufen, rumstehen und rumsitzen mit Essenspause zwischendurch. Später, mittlerweile waren auch einige Leute da, wurden wir endlich in die Wärme des „Towers“ gelassen. Nachdem ich dem Merchstand einen Besuch abgestattet und mir eine Mütze gekauft hatte, sicherte ich mir einen Platz in der ersten Reihe und redete dort mit den Leuten, die ich bereits vor dem Einlass kennengelernt hatte.

Irgendwann ging es dann mit „VIZEDIKTATOR“, der Vorband, los. Ich kannte die Band vorher quasi gar nicht und habe sie mir auch nur vor dem Konzert ein wenig angehört, aber ich fand sie direkt super. Die Lieder sind alle verdammt und es war lustig, wie der Sänger fast die ganze Zeit aufgekratzt auf der Bühne rumgetanzt und rumgesprungen ist. „Radio Havanna“ haben mit dieser Band echt eine sehr gute Band als Vorband dabei gehabt, zu der ich sofort wieder auf ein Konzert gehen würde, wenn sie hier in der Nähe spielen.

Danach kamen dann die Jungs von Radio Havanna auf die Bühne und starteten mit dem Song-Doppelpack „Krach“ und „Immer noch da“ von ihrem aktuellen Album das Konzert.

Danach folgten viele Songs des aktuellen und vorherigen Albums, aber auch ältere Songs. Auch Lieder der mit dem aktuellen Album erschienen Cover-Platte „Gossenhauer“ wurden zum Besten gegeben, was zu einer Eskalation des Publikums führte, denn es sind einfach ikonische Songs, die jeder kennt.

Vor dem Song „Faust hoch“ wurde ein gesprochener Text eingespielt, der die Geschehnisse von Hanau aufgriff, ebenso wie er auf die Flüchtlingsproblematik und die Wahlen in Thüringen Bezug nahm.

Vor dem Song „Goldfischglas“, welcher der erste Song der Zugabe war, setzten bzw. hockten sich alle auf den Boden und blieben während des Songs, der nur mit einer Akustikgitarre begleitet wurde, auch sitzen.

Als in der Zugabe der Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ gecovert werden sollte, kündigte Fichte, der Sänger, einen Stargast an, der sich als Sänger der Vorband heraus stellte. Zusammen sangen sie dann das Lied, was ziemlich lustig war, da zum einen das Publikum wieder komplett durchgedreht ist und zum anderen der Sänger der Vorband seinen Part zu großen Teilen von einem Zettel ablas. Aber es sei ihm verziehen.

Das Konzert war nach 80 Minuten leider schon zu Ende. Es dauerte nicht allzu lange und die Bandmitglieder liefen im „Tower“ rum. Ich machte mit allen Fotos und holte mir Autogramme auf meiner Setlist und in mein Konzertbuch. Doch auch die Gespräche kamen nicht zu kurz. Es waren ziemlich lustige und schöne Gespräche; vor allem mit dem Sänger der Vorband habe ich sehr viel gelacht, auch wenn wir auch über ernstere Themen geredet haben.

Irgendwann verschwanden die Bandmitglieder und auch ich entschied ich mich, zu gehen.

Mir war klar, dass dies definitiv nicht mein letztes „Radio Havanna“-Konzert war. Die Atmosphäre, das Publikum und die Band waren einfach viel zu gut, um jetzt bis zur nächsten Tour zu warten, bei der sie vielleicht wieder in Bremen spielen. Also schaute ich nach und stellte fest, dass am 14.3. ein Radio Havanna Konzert in Hannover stattfinden sollte … doch dann kam das Corona Virus.

Billie Eilish

Fast jeder kennt die junge Sängerin, die schon jetzt trotz ihres jungen Alters auf eine glanzvolle Karriere zurückblicken kann. In diesem Artikel möchte ich sie euch genauer vorstellen:

Billie Eilish wurde am 18. Dezember 2001 geboren. Sie begann bereits mit 11 Jahren ihre eigenen Songs zu schreiben und komponieren. Der Musikstar leidet an Tourette, einer Krankheit, durch die Billie Eilish manchmal sogenannte „Tic-Anfälle“ bekommt. Doch das hält sie nicht von ihrer Musik ab.

Eine sehr wichtige Person in ihrem Leben ist ihr Bruder Finneas O‘ Connell. Er entdeckte ihr musikalisches Talent als einer der Ersten. Er schrieb den Song „Ocean Eyes“ für seine Band und spielte ihn Billie vor. Dann entschieden sie, das sie ihn singen sollte. Anfang 2016 veröffentlichte die damals 14-jährige Sängerin den Song auf der Website Sound Cloud und wurde über Nacht zu einem Star. In kurzer Zeit erreichte ihr Post 10 Millionen Klicks. „Ocean Eyes“ wurde über 1,3 Millionen mal verkauft und erbrachte Billie gleich die erste Platin-Schallplatte.

Schließlich nahm das Plattenlabel Interscope Records das Nachwuchstalent unter Vertrag. Kurz danach gab Billie Eilish die ersten Konzerte. Auch über Instagram erregte sie Aufsehen. Dort beträgt ihre Followeranzahl heute 56,6 Millionen Follower (Stand März 2020).

Ihr erstes Album, „When we fall asleep, were do we go“, brachte sie an die Chartspitze, übertraf schnell alle Streaming-Rekorde auf Spotify und wurde auf Apple Music zum am meisten vorbestellten Album. Ähnlichen Erfolg brachte der Sängerin ihre Single „Bad Guy“, die sie 2019 mit Justin Bieber herausbrachte.

Abschließend kann man sagen, dass wir weiterhin auf mehr Erfolge von Billie Eilish gespannt sein können.