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Radio Havanna – Helden für eine ganze Nacht

Am 29.02.2020 ging es für mich endlich zum ersten Konzert diesen Jahres, zum Bremer Konzert der „VETO“-Tour von „Radio Havanna“, die als Vorband „Vizediktator“ dabei hatten. Schon seit ich mir die Karte für das Konzert bestellt hatte, freute ich mich auf dieses Konzert.

So kam ich am Konzerttag drei Stunden vor dem Einlass am „Tower“ in Bremen an, wo ich dann feststellen musste, dass ich theoretisch auch hätte später kommen können, da außer Crew und Bands noch niemand da war. Aber nun war ich halt da. Drei Stunden hin- und herlaufen, rumstehen und rumsitzen mit Essenspause zwischendurch. Später, mittlerweile waren auch einige Leute da, wurden wir endlich in die Wärme des „Towers“ gelassen. Nachdem ich dem Merchstand einen Besuch abgestattet und mir eine Mütze gekauft hatte, sicherte ich mir einen Platz in der ersten Reihe und redete dort mit den Leuten, die ich bereits vor dem Einlass kennengelernt hatte.

Irgendwann ging es dann mit „VIZEDIKTATOR“, der Vorband, los. Ich kannte die Band vorher quasi gar nicht und habe sie mir auch nur vor dem Konzert ein wenig angehört, aber ich fand sie direkt super. Die Lieder sind alle verdammt und es war lustig, wie der Sänger fast die ganze Zeit aufgekratzt auf der Bühne rumgetanzt und rumgesprungen ist. „Radio Havanna“ haben mit dieser Band echt eine sehr gute Band als Vorband dabei gehabt, zu der ich sofort wieder auf ein Konzert gehen würde, wenn sie hier in der Nähe spielen.

Danach kamen dann die Jungs von Radio Havanna auf die Bühne und starteten mit dem Song-Doppelpack „Krach“ und „Immer noch da“ von ihrem aktuellen Album das Konzert.

Danach folgten viele Songs des aktuellen und vorherigen Albums, aber auch ältere Songs. Auch Lieder der mit dem aktuellen Album erschienen Cover-Platte „Gossenhauer“ wurden zum Besten gegeben, was zu einer Eskalation des Publikums führte, denn es sind einfach ikonische Songs, die jeder kennt.

Vor dem Song „Faust hoch“ wurde ein gesprochener Text eingespielt, der die Geschehnisse von Hanau aufgriff, ebenso wie er auf die Flüchtlingsproblematik und die Wahlen in Thüringen Bezug nahm.

Vor dem Song „Goldfischglas“, welcher der erste Song der Zugabe war, setzten bzw. hockten sich alle auf den Boden und blieben während des Songs, der nur mit einer Akustikgitarre begleitet wurde, auch sitzen.

Als in der Zugabe der Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ gecovert werden sollte, kündigte Fichte, der Sänger, einen Stargast an, der sich als Sänger der Vorband heraus stellte. Zusammen sangen sie dann das Lied, was ziemlich lustig war, da zum einen das Publikum wieder komplett durchgedreht ist und zum anderen der Sänger der Vorband seinen Part zu großen Teilen von einem Zettel ablas. Aber es sei ihm verziehen.

Das Konzert war nach 80 Minuten leider schon zu Ende. Es dauerte nicht allzu lange und die Bandmitglieder liefen im „Tower“ rum. Ich machte mit allen Fotos und holte mir Autogramme auf meiner Setlist und in mein Konzertbuch. Doch auch die Gespräche kamen nicht zu kurz. Es waren ziemlich lustige und schöne Gespräche; vor allem mit dem Sänger der Vorband habe ich sehr viel gelacht, auch wenn wir auch über ernstere Themen geredet haben.

Irgendwann verschwanden die Bandmitglieder und auch ich entschied ich mich, zu gehen.

Mir war klar, dass dies definitiv nicht mein letztes „Radio Havanna“-Konzert war. Die Atmosphäre, das Publikum und die Band waren einfach viel zu gut, um jetzt bis zur nächsten Tour zu warten, bei der sie vielleicht wieder in Bremen spielen. Also schaute ich nach und stellte fest, dass am 14.3. ein Radio Havanna Konzert in Hannover stattfinden sollte … doch dann kam das Corona Virus.

Von Wegen Lisbeth – Alles Grande ?!

Nachdem ich im letzten Jahr gesehen hatte, dass die Band Von Wegen Lisbeth ein Konzert im Pier 2 in Bremen spielen würde, war mir schnell klar, dass ich dieses Konzert besuchen möchte. Da mein Bruder die Band ebenfalls kannte, holte er für uns beide Karten und schenkte mir diese zu Weihnachten. Am 26.10. 2019 war es dann endlich so weit und wir fuhren am späten Nachmittag nach Bremen. Irgendwann ging es dann durch den Einlass, der für uns relativ schnell verlief, da wir unsere Taschen im Auto gelassen hatten.

Während ich mir in einer der vorderen Reihen einen Platz sicherte, zog es meinen Bruder zu einem der Sitzplätze. Nach etwa einer halben Stunde kam ,,Blond“, die Vorband auf die Bühne. Als ich mir Lieder von denen zuhause angehört hatte, war ich ehrlich gesagt, was den Auftritt angeht, eher skeptisch, doch es änderte sich quasi schon mit dem ersten Song, den sie spielten. Spätestens nachdem die Drei „I kissed a girl“ von Katy Perry coverten, hatten sie mich voll und ganz.

Während der Umbaupause wurde ein Vorhang angebracht, sodass das Publikum im Ungewissen gelassen wurde, wann es mit dem Hauptact losgeht. Nach einem für mein Gefühl viel zu langen Intro fiel der Vorhang endlich und die Jungs starteten mit dem Song „Wieso“ von ihrem aktuellen Album ihr Konzert. Mit „Cherie“ folgte direkt danach auch schon einer meiner Lieblingssongs, der live noch dynamischer ist.

Darauf folgten dann noch 23 weitere Lieder, die eine sehr gute Mischung der beiden bisherigen Alben ergaben. Am meisten freute ich mich bei diesen Songs über „Drüben bei Penny“, weil ich nicht gedacht hätte, dass sie es live spielen, da es meinem Empfinden nach doch eher zu den unbekannteren Liedern des ersten Albums gehört. Außerdem waren für mich persönlich auch noch ‚Bitch‘ und ‚Wenn du tanzt‘ Highlights, da bei beiden Liedern das Publikum sehr laut mitgesungen und den Refrain von ‚Wenn du tanzt‘ quasi allein gesungen hatte. Nach diesem Lied ging die Band von der Bühne und das Publikum fing an, eine Zugabe zu verlangen. Es dauerte nicht lange und die Band kam wieder auf die Bühne und es wurden die letzten vier Lieder der Setlist gespielt. Eines davon war ein Cover des Liedes „Nur ein Wort“ der Band „Wir sind Helden“. Dieses coverte Von Wegen Lisbeth zusammen mit Blond, dadurch heizten sie das Publikum zum Ende noch einmal richtig ein. Den Abschluss machte der Song „Sushi“ .

Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein extrem tolles Konzert war! Die Akustik im Pier 2 hat sowohl bei Blond als auch bei Von Wegen Lisbeth voll und ganz gestimmt. Das Publikum ging das gesamte Konzert ab und die Band ließ kaum Zeit für Verschnaufpausen. Am Ende konnte man somit in viele verschwitzte und glückliche Gesichter blicken.

Generell würde ich jedem Menschen, der Indie Musik mag und/oder leicht skurrile und lustige Songtexte super findet, empfehlen, sich die Musik der Band Von Wegen Lisbeth anzuhören und nächstes Jahr auf einem Open Air Festival oder im Oktober ein Konzert von ihnen zu besuchen.


Rammstein – Ein Konzert der anderen Größenordnung

Für alle Fans von Rammstein überraschend, tauchten Ende Oktober 2018 in einigen Städten in Deutschland und Europa Projektionen und Plakate auf, die auf neue Konzerte hinwiesen. Es wurde für ein paar Tage spekuliert. bis Rammstein auf ihren Sozialen Netzwerken ein Video veröffentlichte, welches eine Stadion Tour für 2019 ankündigte. Nach kurzem Checken der Daten mit meinem Vater und Absprachen mit meinem Bruder und meinem Onkel war die Entscheidung klar: Wir würden auf das Konzert in Berlin gehen. Da mein Onkel Mitglied im Rammstein Fanclub ist, war es auch ziemlich unproblematisch, an Karten zu kommen. Als ich Weihnachten die Karten in der Hand hatte, begann ich zu realisieren: Ich würde die Band, die mich schon seit meiner Kindheit begleitete, nun endlich live sehen. Und das sogar im großen Berliner Olympiastadion.

Ein gutes halbes Jahr später war es dann soweit. Als am Olympiastadion schon der Einlass gestartet war, fuhren wir bei meinem Onkel zuhause los und kamen irgendwann mit der S-Bahn am Olympiastadion an. Durch den Einlass waren wir schnell durch und so zog es mich erstmal zum Merchstand, während der Rest der Truppe zum Getränkestand ging.

Nachdem wir mit Allem ausgestattet waren, begaben wir uns auf unsere Plätze und bekamen dort noch die letzten zwei Lieder des Voracts, dem Pianoduo ,,Duo Jatekok“ mit. Während der Pause zwischen Voract und Rammstein wurden sehr viele La Ola Wellen gestartet oder einfach von allen geklatscht. Irgendwann stiegen die sechs Rammsteiner die Stufen des Marathontores hinunter und alle Leute, die dies beobachten konnten, brachen in Jubel aus. Das Konzert stand kurz bevor.

Wenig später ertönte klassische Musik und um das Schlagzeug stieg Nebel hervor, aus dem der Schlagzeuger, Schneider, dann hervortrat und mit einem Schlag auf eine seiner Trommeln das Kanzert quasi begann. Er nahm hinter seinem Schlagzeug platz und begann die Melodie des Introliedes, ,,Was ich liebe“, das gleichzeitig auch das erste Lied des Albums ist, zu spielen anfing. Nacheinander traten nun die einzelnen Mitglieder der Band, in der Reihenfolge erster Gitarrist (Richard), Keyboarder (Flake), zweiter Gitarrist (Paul) und Bassist (Olli) auf die Bühne und setzten in den Rhythmus mit ein, bis schlussendlich der Sänger (Till) unter tosendem Applaus auf die Bühne kam und zu singen anfing. Ich hatte direkt Gänsehaut. Es hätte kein besseres Intro geben können!

Nach dem Intro wechselten sich alte Lieder mit Liedern vom aktuellen Album. Zeitweise war es für uns in der obersten Reihe schwer zu verstehen, was der Sänger gerade sang, da sein Gesang vom Bass übertönt wurde, aber das war nicht weiter schlimm, da das sowieso nur Lieder betraf, die ich nicht so sehr mag.

Vom Lied ,,Deutschland“ wurde zuerst der Richard Z. Kruspe Remix gespielt. Während Richard, der der Macher des Remixes war, in einer Art Fahrstuhl in der Mitte hinten auf der Bühne hochgefahren wurde und den DJ darstellte, „tanzten“ Paul, Schneider, Olli und Flake in Leuchtanzügen auf der Bühne eine Choreographie, was ziemlich lustig aussah. Als dann die Originalversion gespielt wurde, wurde es im gesamten Stadion ziemlich laut. Ich glaube, jeder Besucher des Konzertes hatte sich darauf gefreut, diesen Song live zu hören.

Der 17. Song auf der Setlist, ,,Engel“, wurde auf eine andere Weise performt, als es von den vorherigen Touren üblich war. Denn die Rammsteiner versammelten sich auf der kleinen Zweitbühne um die Klaviere vom ,,Duo Jatekok“, auf der das Duo auch schon als Vorband gewesen war. Die beiden Damen vom Duo Jatekok setzten sich an ihre Klaviere und begannen die Klavierversion von Engel zu spielen. Till begann zu singen und mit ihm das ganze Stadion, sodass er für mich in der obersten Reihe kaum noch zu hören war. Aber das war mir in dem Moment sehr egal. Da der Text des Liedes auf dem Bildschirm der Bühne projiziert wurde, gelang es eigentlich jedem problemlos, mitzusingen. Ich hatte wieder eine Gänsehaut und war in dem Moment auch einfach sehr glücklich, da ich solche Momente auf Konzerten einfach unfassbar liebe.

Nach Engel ließen sich alle Bandmitglieder außer Till in Schlauchbooten über die Köpfe der Zuschauer zur Bühne tragen, auf der sie dann von Till Willkommen geheißen wurden. Ein schönes und äußert passendes Bild, das zu ,,Ausländer“, dem nächsten Song, führte. Denn in dem Video des Songs fahren die Bandmitglieder ebenfalls mit einem Schlauchboot. Auf diesen Song hatte ich mich schon seit Beginn des Konzertes gefreut, da er mein Lieblingssong auf dem aktuellen Album ist. Und ich wurde echt nicht enttäuscht. Live ist dieser Song meiner Meinung nach noch energiegeladener, als er es auf dem Album ist. Als der Song zu Ende war, gab es ein Zwischenspiel, bei dem nur die beiden Gitarristen spielten und dabei aufeinander zu gingen. In der Mitte der Bühne küssten sie sich dann und viele Leute im Stadion jubelten, bevor es dann nach kurzer Stille mit ,,Du riechst so gut“ weiter ging. Mit ,,Ich will“ endete das Konzert dann drei Songs später und ich stand etwas überfordert mit meinen Gefühlen da und beobachtete die Sechs dabei, wie sie auf der Bühne auf die Knie gingen. Eine symbolische Danksagung, denn nach einem sehr knappen ,,Danke Berlin!“ verschwanden sie dann auch schon von der Bühne.

Alles in allem war dieses Konzert nicht das beste Konzert, auf dem ich in meinem bisherigen Leben war. Allerdings finde ich es auch schwierig, dieses Konzert mit meinen anderen Konzerten zu vergleichen, da alles größer und extremer war. Außerdem kann man Rammstein meiner Meinung nach manchmal mehr als Show bezeichnen, da sie fast gar nicht mit dem Publikum interagieren und noch dazu viel Pyrotechnik verwenden, ohne die das Konzert auch extrem langweilig wäre. Ich freu mich auf jeden Fall Rammstein nächstes Jahr wieder live im Olympiastadion zu sehen und hoffe erneut auf einen so guten Mix zwischen alten und neuen Liedern, wie es dieses Jahr der Fall war.

Schaumkanonen
,,Deutschland“